Die Geschichte von COOPERATIONS S.Coop
Von einem Kunstprojekt zum dynamischen inklusiven Sozialunternehmen
COOPERATIONS S.Coop ist heute ein sozioökonomisches Unternehmen und eine Société d’Impact Sociétal (SIS) mit Sitz in Wiltz. In unterschiedlichen inklusiven Werkstätten und Betrieben schafft COOPERATIONS Arbeitsplätze sowie Entwicklungsmöglichkeiten und verbindet berufliche Inklusion mit wirtschaftlicher Tätigkeit, Nachhaltigkeit, Kultur und regionaler Entwicklung.
Die formelle Geschichte der Société Coopérative beginnt 1991. Ihre Wurzeln reichen jedoch bis in die frühen 1980er-Jahre zurück.
Am Anfang stand der Jardin de Wiltz. Ab 1983 entwickelten Künstler der Gruppe „Der Blaue Kompressor – Floating & Stomping Company“ gemeinsam mit Menschen mit Beeinträchtigungen oberhalb der ehemaligen Gruberbrauerei ein außergewöhnliches Kunst- und Sozialprojekt. Menschen mit Beeinträchtigungen waren dabei nicht lediglich Teilnehmer eines sozialen Angebots, sondern aktive Mitgestalter eines öffentlichen Kunstwerks. 1985 wurde der Jardin de Wiltz eröffnet.
Aus dem zunächst zeitlich begrenzten Projekt entwickelten sich, unter anderem unter der Leitung des Künstlers Herbert Maly, zunehmend Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die zentrale Idee dahinter prägt COOPERATIONS bis heute: Menschen sollen nicht über ihre Einschränkungen definiert werden, sondern über ihre Fähigkeiten, Ressourcen und ihr Entwicklungspotenzial.
Am 4. Juli 1990 wurde zunächst COOPERATIONS asbl als dauerhafte organisatorische Struktur für die wachsenden sozialen, kulturellen und pädagogischen Aktivitäten gegründet. Bereits 1991 folgte die Gründung von COOPERATIONS Société Coopérative als rechtlich eigenständige Struktur. Ein wichtiger Ausgangspunkt war die Übernahme einer ehemaligen Kerzenfabrik in Esch-sur-Sûre, durch die Beschäftigungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt geschaffen werden sollten.
In den folgenden Jahren entwickelten sich asbl und S.Coop eng miteinander weiter. Ihre Tätigkeitsfelder überschnitten sich dabei lange Zeit. In den 1990er-Jahren entstanden unter anderem Arbeitsangebote im Bereich der Gestaltung und Pflege von Grünflächen. Gleichzeitig wurde der Gruberbeerig zunehmend zum räumlichen Zentrum der Organisation.
Ein wichtiger Schritt folgte 2003 mit der Eröffnung des Centre Culturel Prabbeli. Die Société Coopérative übernahm den gastronomischen Betrieb. Aus dem damaligen Restaurant Prabbeli entwickelte sich später Eis Kichen. Damit wurde die Gastronomie zu einem dauerhaften Arbeitsbereich von COOPERATIONS.
2008 wechselte die geschützte Werkstatt von der asbl zur Société Coopérative. Die S.Coop wuchs dadurch auf rund 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bündelte zunehmend die wirtschaftlichen und beschäftigungsbezogenen Aktivitäten von COOPERATIONS. Zu ihren Tätigkeitsbereichen gehörten damals unter anderem Gartengestaltung, Kunst und Gastronomie.
In dieser Phase begann die S.Coop zugleich verstärkt eigene Produkte, Marken und Geschäftsideen zu entwickeln. Projekte wie Sea-Biscuit oder Ben & Dave’s Cookies standen für einen Ansatz, der sozialen Auftrag und unternehmerisches Denken miteinander verband. Professionelle Produkte und Dienstleistungen sollten sich nicht außerhalb des regulären Wirtschaftslebens bewegen, sondern durch Qualität, Kreativität und soziale Verantwortung überzeugen.
2015 gaben sich COOPERATIONS asbl und S.Coop eine gemeinsame Vision:
„Wo Menschen und Orte ihre Qualitäten entfalten.“
Potenzialentfaltung, Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und eine positive Fehlerkultur wurden zu wichtigen Leitgedanken der weiteren Organisationsentwicklung.
Mit dem Projet OPAL begann die S.Coop ab 2017 zudem, klassische hierarchische Strukturen stärker in Richtung einer Netzwerkorganisation weiterzuentwickeln. Unterschiedliche Werkstätten und Betriebe sollten mehr Eigenständigkeit erhalten und zugleich durch eine gemeinsame Mission miteinander verbunden bleiben.
Am 11. Dezember 2017 erhielt COOPERATIONS S.C. die ministerielle Zulassung als Société d’Impact Sociétal (SIS). Damit erhielt die seit Jahrzehnten praktizierte Verbindung von wirtschaftlicher Tätigkeit und gesellschaftlicher Wirkung einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen.
Im gleichen Jahr entstand auch das Atelier DONO.
In den folgenden Jahren kamen weitere Tätigkeitsfelder hinzu. Der Gemüseanbau in der Gemeinde Kiischpelt stärkte regionale Produktionskreisläufe und verbindet heute Anbau, Verarbeitung, Gastronomie und Verkauf.
Aus den ersten Werkstätten ist so über mehr als drei Jahrzehnte ein vielfältiges sozioökonomisches Netzwerk entstanden. Zu COOPERATIONS S.Coop gehören heute unter anderem Eis Kichen, die Gruberbäckerei, Camping Kaul, Gartenbau, regionale Lebensmittelproduktion sowie Verkaufs- und Begegnungsorte.
Ein besonderes Beispiel ist Ale Moart in Wiltz. Der inklusive Betrieb verbindet Verkauf, Gastronomie, regionale und eigene Produkte sowie direkten Kundenkontakt und hat sich zu einem lebendigen Treffpunkt entwickelt.
Auf diesen Erfahrungen baut auch die jüngste Erweiterung auf: der Kiischpelter Duerftreff in Wilwerwiltz. Er verbindet Café, Dorftreffpunkt und den Verkauf regionaler Produkte mit inklusiver Beschäftigung und schafft gleichzeitig ein neues Angebot für die Menschen in der Gemeinde.
So hat sich COOPERATIONS S.Coop immer wieder verändert und neue Tätigkeitsfelder erschlossen. Konstant geblieben ist die Grundidee: Menschen sollen ihre Fähigkeiten entdecken, Verantwortung übernehmen, sich beruflich weiterentwickeln und mit ihrer Arbeit sichtbarer Teil des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens sein.
Was mit einem Kunstprojekt im Jardin de Wiltz begann, ist heute ein Netzwerk inklusiver Unternehmen und Werkstätten, unterstützt von einer starken Partnerorganisation im Bereich Kultur und getragen von einer gemeinsamen Überzeugung:
„Wo Menschen und Orte ihre Qualitäten entfalten.“
Unser Organigramm:
Der Verwaltungsrat von COOPERATIONS S. COOP :
Epp Sascha - Vorsitzender
Maurice Muller (für die Gemeinde Wiltz)
Empain Stéphanie
Esch Claudine
Hansen Josée
Jean-Marie Desbordes - Schatzmeister
Scheer Marc
Ferber Philippe - Sekretär
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Direktorin, COOPERATIONS S.COOP.
Sarah Albrecht
Jahresbericht 2025-2026